Silke Dörfler · 22. Juni 2025
Am 30. November 2016 mussten wir völlig überraschend Abschied von unserer Hündin Leila nehmen. Sie war unser Herz, unser Begleiter – und der Verlust hat eine große Lücke hinterlassen. Wir konnten uns kaum vorstellen, dass wieder ein Hund Platz in unserem Leben findet.
Kurz vor Weihnachten erfuhren wir über eine liebe Bekannte – damals noch über Facebook, das wir selbst gar nicht nutzten – von einem Hund, der gerade dringend ein neues Zuhause suchte: Leo. Er war hellbraun, ganz anders als unsere Leila, aber gerade das hat uns angesprochen. Wir wollten bewusst keinen Vergleich, sondern einem neuen Hund eine eigene Chance geben.
Am 31. Dezember 2016, um genau 14:03 Uhr, kam Leo bei uns an – zunächst auf Pflegestelle. Er war neugierig, lebendig, manchmal anstrengend, völlig anders als das, was wir kannten. Aber durch ihn haben wir viel über Hunde gelernt – und über uns selbst. Anfangs war es nicht leicht, aber nach zwei Monaten zeigte sich, wie viel Liebe und Vertrauen in ihm steckte. Wir wuchsen jeden Tag enger zusammen.
Im September 2017 – wir waren mit Leo gerade im Urlaub – kam eine Nachricht auf WhatsApp: Ob wir einen vier Monate alten Welpen übernehmen könnten. Tobi. Wir sagten ja. Eigentlich wieder nur zur Pflege.
Doch Tobi blieb. Wir wussten noch wenig über Vermittlungen, und irgendwann – nach etwa sechs Wochen – war klar: Ich kann ihn nicht mehr hergeben. Wir wurden, wie man so liebevoll sagt, Pflegestellenversager – und haben es nie bereut.
Heute leben drei Hunde bei uns. Jeder ist anders, jeder hat seinen Platz, jeder ist ein Geschenk. Und obwohl es zwischenzeitlich im Verein schwierige Zeiten gab – aus der damaligen Pfotenhilfe sind 2024 die Pfotenfreunde Oropos entstanden – wir sind geblieben.
Denn unsere Herzen gehören dem Tierschutz. Und Leo und Tobi sind der beste Beweis, was entstehen kann, wenn man offen ist für Neues – auch in schweren Zeiten.
Seit Tobis Einzug springen wir immer wieder als Pflegestelle ein – mal häufiger, mal seltener. Etwa drei Hunden pro Jahr konnten wir seitdem ein Zuhause schenken. Und auch bei Direktvermittlungen helfen wir gern mit, wenn wir können. Jedes dieser kleinen Schicksale hat uns aufs Neue berührt.
